“Werbeartikel, Wandtaschen, Kalenderrücken und Krippenerzeugnisse — Weipert belieferte ganz Europa.”
Gründung und Entwicklung
Die Geschichte von Brauer & Gutberlet beginnt 1861 in Buchholz im Erzgebirge, wo Friedrich Oskar Brauer eine Manufaktur für Kartonagen-Sargdekorationen gründete. Seine besondere Leistung lag in der Entwicklung eines Prägeverfahrens, das die handwerkliche Fertigung von Papier- und Kartonagenwaren grundlegend veränderte. Die Werkzeuge für Blindpressung und Farbprägung konnten erstmals mechanisch hergestellt werden, was die Produktionsmengen vervielfachte und neue Artikel erst möglich machte.
Das Werk in Weipert
Im Jahr 1906 eröffnete Brauer gemeinsam mit Eli Uhlig eine Zweigstelle im Weiperter Grundbezirk, am Pöhlbach gelegen. Das Werk wuchs rasch auf rund 250 Beschäftigte an und fertigte ein breites Sortiment: Werbeartikel, Wandtaschen, Kalenderrücken, Zubehör für Puppentheater, Postkartenständer sowie aufwändige Krippenerzeugnisse und Weihnachtsdekorationen, die in ganz Europa verkauft wurden. Besonders die handgeprägten Weihnachtskrippen aus Weipert genossen weit über die Grenzen des Erzgebirges hinaus einen guten Ruf.
Ende einer Ära
Die Weltwirtschaftskrise der 1920er Jahre traf den exportorientierten Betrieb empfindlich. Zwar überstand das Unternehmen die folgenden Jahrzehnte, doch der Standort im Grenzsperrgebiet wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als problematisch eingestuft. Anfang der 1950er Jahre wurden die Fabrikgebäude abgebrochen. Das endgültige Ende der gesamten Branche kam schließlich in den frühen 1960er Jahren, als der aufkommende Kunststoff die Kartonage als Werkstoff schlicht überflüssig machte.

